Sahara, Algerien, Geologie, Touren, Tamanrasset, Djanet, Hoggar, Tassili, Vulkanismus, Vulkan, Dünen, Sand, Geomorphologie, Geotouren, Exkursionen, Granit, Dünen, Reise, Wüste. Geologische und landschaftsgeschichtliche Off Road Touren. Sahara GEO-Exkursionen Vulkanismus Plattentektonik Verwitterungsprozesse Dünenbildung Klimaentwicklung ect. auch für Nicht-Geologen!!! Voraussichtl. Termine für 3-wöchige Süd-Algerien Exkursionen im Winter 2006/07. 1. Tour (Tam-Djanet; N-Route): 16.12.06 - 06.01.07. 2. Tour (Djanet-Tam; S-Route): 13.01.07 - 03.02.07. Aktuell A M A D O R H O G G A R Silet Tamanrasset Ideles T A S S I L I -N - A J J E R T A S S I L I -T A - N -A H A G G A R Erg Tihoudaine Erg Admer 100 km Routenbeschreibung: Tour 1 Tour 2 Allgemein Druckversion Photo + Lokalität. Der Schwerpunkt beider Touren liegt zwischen der landschaftlichen Vielfältigkeit (Hoggar-Vulkanismus, weite Sand- bzw. Kies-Ebenen, Dünengebiete, Sandstein Tassili Gebirge) und den geologischen bzw. gemorphologischen Sehenswürdigkeiten (sowohl im großen Rahmen als auch im Detail). Wir werden unterschiedlichste (nicht mehr aktive) Vulkantypen anschauen, imposante Granit-Intrusionen anfahren, bizarre Verwitterungsformen und Dünenbildungsprozesse diskutieren und dies alles in einen klimatologischen (die Sahara war nicht immer so trockenwie heute) bzw. plattentektonischen Zusammenhang bringen. Tour 1: Tamanrasset - Djanet , Hoggar-Nordroute ca. 1400 km Off Road (3 Wochen) 1. Tag: Ankunft in TAMANRASSET. Stadtrundgang, eventuell Sachen einkaufen. Routenbesprechung und Einführung in die Allgemeine Geologie. Übernachtung beim Mohktar im großen Aufenthaltsraum (Matratzenlager). 2. Tag: Fahrt zum "Hausberg" von TAMANRASSET Hadriane(ca. 3 km östl. von TAMRASSET). Dort werden wir entweder bis zu den Gesteinssäulen (Aufstieg 20 min) bzw. auf das Vulkan-Plateau hochlaufen (Aufstieg ca. 45 min). Von obenhat man einen fantastischen Blick auf TAMANRASSET und in Richtung Assekrem. Einführung in die HOGGAR Geologie (siehe "Geologie" auf der Webpage). Anschließend werden wir in der Ebene nördlich von TAMANRASSET noch eine kleine Rundtour zu markanten vulkanischen Schlotfüllungen Tindi und Iharen) vornehmen (diese stehen als einzelne Peaks in der Ebene). Anschließend geht es weiter in Richtung Westen. Nach ca. 20 km Teerstrasse biegen wir auf eine Piste in Richtung Westen ab. Diese führt entlang dem N-Rand des TAHALRA Vulkan Distrikt durch eine abwechslungsreiche Gegend zwischen Granit- und Vulkanfelsen. Auf der Strecke werden wir uns einen Schlafplatz suchen. 3. Tag: Weiterfahrt in Richtung Westen. Auf der Strecke werden wir uns den einen oder anderen Vulkan anschauen und malerische Oued-Landschaften folgen. Immer wieder bietet sich Gelegenheit um interessante geologische Strukturen, wie z.B. Quarz-Härtlingszüge anzuschauen. Bevor es in die westlich anschließende Ebene weitergeht, kommen wir noch an einem spektakulären Explosionskrater vorbei (siehe Foto). Von hier aus geht es dann weiter in Richtung NW zu einender Taourirt Plutonen, Ti-n-Erit (granitischer Ringstruktur ist nur noch teilweise zu erkennen; siehe Foto). Weiterfahrt in Richtung NE über eine Kies-Sand Ebene zum noch als granitischen Ring-Komplex erkennbaren Adrar Tilhaliouine (siehe auch Satellitenbild). Auf dem Weg dorthin kommen wir noch an Ansammlungen von rundlich verwitterteten Granitfelsen vorbei, die interessante Internstrukturen zeigen. Um in sein Inneres zu gelangen folgen wir ein idyllisch bewachsenes Oued, welches das kleine Gebirgsmassiv durchschneidet. Den restlichen Tag werden wir uns im Inneren des Ring-Komplexes aufhalten und uns die bizarren granitischen Verwitterungsformen anschauen und diskutieren (siehe Foto). Viele dieser Verwitterungsformen wurden im Tertiär (vor65-23 Ma) unter tropischen bis subtropischen Bedingungen gebildet. Übernachtung im Inneren des Ringkomplexes. Von dort aus schlängeln wir uns in grob nordöstlicher Richtung aus dem Gebirgsmassiv heraus, und fahren entlang dem Oued Ouerane über eine Ebene mit einzelnen Granithügeln bis zum Vulkankegel Ti-n-Ademi. Vorher machen wir aber einen Stopp auf einem kleinen Dünenkamm zwischen Granitkuppen, von dem man einen guten Überblick über das Gelände hat. Auch werden wir uns die verschiedenen typischen Granitverwitterungsstrukturen anschauen und zu einer kleinen Quelle fahren, welche mitten aus einem Granitkörper entspringt. Am Abend können wir auf den hochsteigen und uns die Basaltsäulen an dessen Gipfel näher anschauen und deren Entstehung diskutieren. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick. Übernachtung in der Nähe des Vulkans. Wir fahren das Oued Ouerane immer weiter nach Osten. Entlang dem Oued sind immer wieder mal interessante Profile alter Flusssediment angeschnitten, an denen man die ehemalige Flussgeschichte gut nachvollziehen kann. Nach ca. 20 km erreichen wir die Asphaltstrasse TAMANRASSET - IN AMGUEL. Diese fahren wir ca. 20 km nach Norden bis zu dem kleinen Dorf IN AMGUEL. Dort werden wir unsere Sprit und Wasservorräte noch mal komplettieren, um dann gleich weiter in einem Bogen Richtung Westen zu dem MANZAZ Vulkan-Distrikt zu gelangen. Auf dem Weg dorthin werden wir irgendwo übernachten. Weiterfahrt nach IDELES. Am nächsten Tag fahren wir zum spektakulären Ouksem Doppelkrater, nicht weit von IDELES entfernt, in dem noch Natron (NaHCO3) abgebaut wird. "Natron" heisst auf Tamatschek "Ouksem". Gelegentlich trifft man Nomaden, die das Natron mit Kamelen aus dem ca. 160 m tiefen Krater nach Aussen transportieren (siehe Foto). Das Natron wird z.B. zur Beimischung zum Kautabak bzw. zum Gerben verwendet. Von dem Kraterrand hat man einen fantastischen Blick in die beiden Krater und über die Vulkanische Plateau-Landschaft. Die beiden Krater wurden wahrscheinlich zeitgleich durch eine Explosion gebildet, ausgelöst durch eingedrungenes Oberflächen bzw. Grundwasser. Spektakulär sind die bis zu 8 cm grossen Amphibol Kristalle, die überall in den vulkanischen Auswurfprodukten zu finden sind. Übernachtung bei dem Vulkankrater. Gleich bei IDELES durchschneidet ein Flussbett eine große Basaltfläche. Entlang diesem idyllischen Flusstal (im Februar 2006 hatte dieses etwas Wasser geführt und die Oleander haben geblüht) sind fantastische Basaltsäulen angeschnitten, welche z.T. abrupte Umbiegungsphänomene zeigen. Übernachtung bei Freunden in IDELES (hoffentlich wieder mit einer Musiksession - gut abgehangener Wüstenblues). Tanken und Wasserkanister auffüllen + sonstiges Einkaufen (Zigaretten, Kekse, Zucker usw. aber viel Auswahl gibt es nicht). Von IDELES geht es über die Amador Ebene in nördlicher Richtung zur Salzmine Tissemt (Tamatschek: Salz). Dieser ehemalige Vulkan ist jedoch fast nicht mehr zu erkennen und wurde durch Erosion bis auf das Niveau der Amador Ebene eingeebnet. Bevor wir Tissemt erreichen, fahren wir von der Amador Ebene auf einen in der Nähe liegenden flachen Kraterrand. Unverhofft stehen wir vor einem See umgeben von einem Schilfgürtel und Pflanzenhügeln mitten in der Amador Ebene. Danach geht ca. 10 km weiter zur Salzmine Tissemt. Hier wird auch heute noch gelegentlich Salz abgebaut. Um an das Salz zugelangen muss man erst eine Lehmschicht abtragen, dann kommt die 5-10 cm Salzkruste zum Vorschein. Das Salz ist nicht sehr stark, weil es noch andere Mineralstoffe enthält und ist daher von den Einheimischen sehr begehrt. Auf der Amador Ebene werden wir uns Kleinformen wie z.B. Wind-kanter anschauen und deren Entstehung diskutieren (siehe Foto). Von Tissemt geht es in ENE-licher Richtung zum Dünengebiet Erg Tihoudaine. Im Frühjahr 2006 haben wir auf der Amador Ebene mehrere kleinere Kamelkaravanen getroffen. Es wurden Neuigkeiten bzgl. Wasserstellen und Geländebeschaffenheitenausgetauscht (2005 hat es außergewöhnlich oft und viel geregnet und während dieser Zeit war die Passage einige dieser nun wasserführenden Oueds sehr schwierig). Beim Erg Tihoudaine werden wir verschiedenste Dünen- und Rippelbildungsprozesse diskutieren. Im Uhrzeigersinn umrunden wir den Erg Tihoudaine. Vom NW-Rand des Ergs werden wir einen Abstecher zu dem zentralen kleinen Gebirgsmassiv im Inneren des Ergs vornehmen und am Rand von spektakulären großen Sterndünenübernachten (siehe Foto). Bei der N-Spitze des Ergs müssen wir eine Dünenpassage bewältigen. Auf dem höchsten Dünenpass hat man einen fantastischen Blick auf das östlich anschliessende Tassili-N-Ajjer Sandstein Plateau (siehe Foto). Es geht weiter in einem breiten Korridor zwischen Erg Tihoudaine und Tassili-Plateau-Stufe Richtung SE. Weiterfahrt zum Djebel Ouanane, einer charakteristischen Granitintrusion (den Mechanismus dieser Intrusion werden wir im Bezug zur Plattentektonik diskutieren). An dessen S-Spitze werden wir unsere Wasservorräte an einem Brunnenauffüllen. Gelegentlich sind dort auch Tuareg Nomaden, v.a. Frauen und Kinder anzutreffen, die Wasser für ihr Camp holen. Von dort geht es in einem weiten Bogen in Richtung SE zum Oued Taffasasset. Die Ufer dieses ehemaligen Tschad-See-Zuflusses waren vor Jahrtausenden relativ dicht besiedelt. Sein Quellgebiet lag in den Nordostausläufern des HOGGAR und im südlichen Tassili. Vermutlich verschwand der breite Fluss vor etwa 3000 Jahren im Sand. Heute ist das Urstromtal nur noch mühsam an einem schwachen Vegetationsstreifen zu erkennen, der sich von Nord nach Süd durch die Wüste zieht. In flotter Fahrt geht es weiter in Richtung E über eine Kies/Sandebene und wir steuern die Überquerung des Erg Admers an. Dieser Erg Admer wird v.a. aus Dünensträngen sehr großer (>200 m) und alter (>100.000 a) Sterndünen aufgebaut. Über eine flache Dünenrampe geht es ca. 100 m auf einen Dünenpass, bevor wir auf der anderen Seite den Talboden ehemaliger Seesedimente erreichen (siehe Foto) und den Durchgang zwischen den Dünensträngen Richtung DJANET antreten können.Weiterfahrt nach DJANET. Je nachdem wie viel Zeit wir nochhaben können wir noch den W-Rand des Tassili-n-Ajjer mit seiner bizarren Sandstein-Verwitterungslandschaft, nord-westlich von DJANET erkunden. Ende der Tour 1 (Rückflug von DJANET). Tour 2: Djanet - Tamanrasset , Hoggar-Südroute ca. 1400 km Off Road (3 Wochen) Ankunft in DJANET. Stadtrundgang, eventuell Sachen einkaufen. Routenbesprechung und Einführung in die Allgemeine Geologie. Übernachtung bei Verwandten von Mokhtar (Matratzenlager) oder auf dem schönen Campingplatz im Zentrum von DJANET. Wir werden erstmal die unmittelbare Umgebung von DJANET erkunden. Am SE Eingang von DJANET folgen wir ein kleines Oued Richtung E und stehen schon nach einigen Kilometern in einer fantastischen Graniterosionslandschaft in unmittelbarer Nähe zum W-Rand des steilaufragenden Tassili-n-Ajjer Sandsteinplateaus (siehe Foto). Von hier fahren wir in einem Bogen nördlich um DJANET herum. Wir schauen uns einen der wenigen vulkanischen Lavaströme dieser Gegend an. Anschließend geht es weiter in Richtung S. Das malerisches Oued Ighahar I-n-Debirene führt uns zu der weltberühmten Felsgravur "la vash qui pleur", welche am Fuße eines fantastischen Sandsteinfelsen zu finden ist (siehe Foto). Es geht weiter in Richtung SE, parallel zum linker Hand aufragenden Steilabbruch des Tassili-n-Ajjer. Wir durchfahren eine fantastische Granit-Erosionslandschaft mit einer exotischen Gesteinsabfolge einzelner runder Blöcke verteilt auf dem Sand/Kies Plateau; im Hintergrund die paläozoischen Sandsteinfelsen des Tassili-n-Ajjer (siehe Foto). Gerade dieser Kontrast zwischen bizarren Verwitterungsformen einzelner Felsen und der sandigen Weite lassen uns in eine surreale Landschaft eintauchen. Anschließend verlassen wir den Tassili-Westrand und fahren übereine weite Ebene in südwestlicher Richtung zum S-Ausläufer des Erg Admers. Auf einer selten befahrenen Route werden wir in einem Zick-Zack Kurs zwischen Dünensträngen diesen südlich umrunden und uns die verschiedenen Dünenformen und Rippel-Strukturen anschauen und diskutieren. Von der SW-Seite des Erg Admers geht es nun ein ganzes Stück über die Reg (fein Kies)-Ebene in Richtung Westen. Auf dem Wegzu unserem nächsten Ziel, dem Ti-n-Goras Garnitkomplex (wird fälschlicherweise häufig als Vulkankrater interpretiert), kreuzen wir das NNW-SSE verlaufende Urstromtal Oued Tafassasset und fahren anschliessend das Oued Tirinine weiter in Richtung Westen. Von dort aus müssen wir uns etwas mühsam zwischen bräunliche Blockschutt einen Weg suchen, um von Osten her in den granitischen Ringkomplex des Ti-n-Goras zu gelangen, dessen Felskranz die Ebene um fast 300 m überragt (siehe Satellitenkarte). Sein versandetes Inneres ist mit granitischen Steinplatten und Kegeln in den bizarrsten Formen übersät (siehe Foto) - dort Übernachtung. Eventuell werden wir einen weiteren Tag in dem Trog des Ti-n-Goras bleiben, um diesen zu erkunden. Wieder zurück im Tirinine-Oued, südlich des Ti-n-Goras, kreuzen wir steilstehende, stark deformierte Gesteine. Diese belegen die Grenze zwischen dem SAHARA-METAKRATON im E und dem LATEA-METAKRATON im W, welche vor ca. 600 Ma gegeneinander kollidiert sind und anschließend an einer N-S verlaufenden Zone zueinander verschoben wurden. Es geht weiter in WSW-licher Richtung und wir folgen dem Oued Honadj. Bei einer Hügelkette werden wir ca. 12 km nach Norden in eine eindrucksvolle Schlucht fahren, um an einem Brunnen unsere Wasservorräte aufzufüllen und haben hier auch die Gelegenheit zu waschen. Gelegentlich sind dort auch Tuareg Nomaden, v.a. Frauen und Kinder anzutreffen, die Wasser für ihr Camp holen. In diesem Tal gibt es in der Nähe des Brunnen alte Gräber zu besichtigen. Entlang des Oued Honadj schlängeln wir uns in WSW-licher Richtung durch das stark deformierte (gescherten) präkambrische (älter als 540 Ma) kristalline Krustengestein. Durch plattentektonische Prozesse wurden hier verschiedene Krustenfragmente vor über 600 Ma zusammengeschweisst und zueinander verschoben. Nachdem wir eine N-S verlaufende Gebirgskette durchstoßen haben, geht es im Oued Takizarouet weiter in Richtung Süden. In diesem Tal kann man eindrucksvoll die verschiedenen Gesteine studieren, die sich mit ihren Farben von grünlich, hellblau bis lila gegen die gelben Sandanwendungen abheben. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige (präkambrische) Sedimentabfolge von Kalkstein, Sandstein und Tonstein, welche anschließend leicht metamorphisiert worden ist. Am Süd-Ausläufer des Oued Takizeraouet biegen wir noch mal in Richtung SE ab, um in einen sandgefüllten Kessel zu fahren. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich ebenfalls wie bei der Ti-n-Goras Struktur um einen granitischen Ringkomplex, dessen Inneres verwittert ist. Nur noch vereinzelt sind Ansammlungen von runden Granitblöcken in dem beeindruckenden Kessel zu finden. Durch ein schmales Qued gelangen wir auf der S-Seite des Kessels auf das Oued Tadant, das sich von NE nach SW schlängelt und aufgrund dieser verschlungenen Form auch seinen Namen verdankt (Tamatschek "Tadant" = Darm). Dieses Oued Tadant folgen wir in WSW-licher Richtung. Entlang des Oueds erstrecken sich gelegentlich Dünenketten, deren Entstehung wir diskutieren werden. Wir folgen dieser Richtung bis wir auf die N-Ausläufer des Tassili Ta-n-Ahaggar stoßen mit seinen paläozoischen Sandsteinformationen (<500 Ma). Wir passieren die mächtigen Zeugenberge des Ti-n-Eggeleh. Markante Felstürme ragen wie Festungen 200m hoch aus der Ebene. Beim Gara Debanet (lang gezogener Tafelberg mit steilaufragenden Felswänden) mit seiner vielfältigen Landschaft fahren wir in einem weiten Tal weiter nach Süden. In diesem N-S verlaufenden Tal treffen wir noch vereinzelt auf kristalline Gesteine des präkambrischen Basements. Auf dieses wurde nach der Einebnung die paläozoischen Sandsteine von einem 500 Ma Jahre alten riesigen Flusssystem aus südlicher Richtung geschüttet. Immer wieder bietet sich Gelegenheit in Tamarisken-bewachsene seitliche Oueds zu fahren, um die bizarre Welt dieser Sandsteinfelsen zu erforschen. An der S-Seite des breiten Oueds biegen wir nach Westen ab. Nach Überquerung einer steinigen Ebene kommen wir zum Tassili Youf Aghlal. Eine fantastische Welt aus einem Labyrinth von bizarr-geformten Sandstein-Türmen wird umspült von einem Sandmeer (siehe Fotos). Von dort aus geht es weiter nach SSE, um dann bei einem mit Gravuren übersäten Felsen ("Dallah") scharf nach Osten abzubiegen. Nach ca. 25 km treffen wir auf das kleine Tassili Tahaggart, einen aus steil-aufragenden Sandstein-Felsnadeln bestehenden Gebiet, mitten in einer riesigen sandigen Ebene (siehe Foto). Neben den Gesteinsformationen mit seinen erzhaltigen Lagen werden wir die Entstehung der charakteristischen langgestrecketen Lee-Dünen diskutieren. Wir fahren über eine sandige Ebene mit einzelnen flachen Felsbuckeln weiter nach S. Am Fuß von zwei Sandstein-Hügeln befinden sich alte Gräber mit versteinerten Knochen. In einem der Gräber ist ein komplettes Skelett mit Hinterkopf und Unterkiefer erhalten. Muschelschalenreste in der Nähe könnten darauf hinweisen, dass es sich um eine Siedlung in der Nähe eines vorzeitlichen Sees handelte. Anschließend fahren wir in östlicher Richtung über das sandige Abeggui (Tamatschek: Wolf) Plateau. Wüste pur: Stille und Nichts. Am Horizont sind immer wieder mal einzelne Sanddünen zu sehen. In flotter Fahrt geht weiter bis zum Tassili Tagrira, einer Ansammlung einzelner Sandsteinfelsen am Rand des Plateaus. Sandanwehung bilden eine Kontrast zu Felstürmen, Säulen und Nadelöhrfelsen.In der Umgebung werden wir uns bilderbuchmäßige Sicheldünen (Barchane) anschauen und diskutieren (siehe Fotos), welche die einzigen wirklichen Wanderdünen in der heutigen Zeit darstellen und die Windrichtung des NE-Passats widerspiegeln. Wir verlassen die paläozoischen Sandsteine und Formationen desTassili Ta-n-Ahaggar und fahren zwischen alten präkambrischen Gesteinen relativ zügig NNW´ Richtung TAMANRASSET. Nach einer endlosen Sandeben mit vereinzelten granitischen Felsenerreichen wir die Süd-Ausläufer des HOGGAR Gebirges. Wir passieren das Oued Igharghar. Durch die seit 2005 relativ häufigen und starken Regenfälle kann es passieren das grobe Gerölle, Tonablagerungen und Baumstämme das Queren dieses Oueds etwas beschwerlich machen. Wie aber Mokhtar zu pflegen sagt: "c`est normal". Durch enge Schluchten schlängeln wir uns von einem Oued zum nächsten zwischen einem Labyrinth aus Gneisen und Graniten bis zu dem breiten und malerischen Oued Tehart, in dem es einen Brunnen und eine kleine Tuarek Ansammlung gibt. Von hier aus sind es nur noch ca. 50 km bis Tamanrasset. Ankunft in TAMANRASSET. Einkaufen, Sprit und Wasser auffüllen. Ins Hamam (Dampfbad) gehen usw. Übernachtung beim Mokhtar im grossen Aufenthaltsraum (Matratzenlager). Je nachdem wie viel Zeit wir noch haben, können wir noch eine 2-3 tätige Tour zum Assekrem (~2600m) machen. Man kann jedoch auch in unmittelbarer Nähe von TAMANRASSET hervorragend die spektakuläre Vulkan- und Granitlandschaft des Hoggargebirges mit seiner faszinierenden geologischen Entwicklung kennenlernen und erkunden. Rückflug von TAMANRASSET. Rechts: Iharen, verfüllter vulkanischer Förder-kanal (Gestein: Trachyt) Mitte: Tindi, trachytische Lava-decke. Links: basaltischer Schuttkegel. Alter des Vulkanismus: ca. 5-6 Ma. E´ vom Assekrem: verfüllte vulkanische Förderkanäle (Gestein: Phonolith+Trachyt). Bei der Abkühlung der Lava bildete sich die Säulenstruktur aus. Alter: ca. 0.5-1 Ma. Essa: zäh-ausfliessende Lave bildete Staukuppe(Gestein: Trachyt). Ti-n-Ademi, verfüllter vulkanischer Förderkanal (Gestein: Basalt). Am Gipfel stehen Basaltsäulen an. An dem Hang sind noch Reste des prä-kambrischen granitischen Umgebungsgestein zusehen, in das die basaltische Lava eingedrungenist. Bizarre Verwitterungsformen von präkambrischenGraniten. Einladung zum Tee in Hirafok. MANAZAZ Vulkan-Distrikt. Basaltebene; im Hinter-grund (mitte) basaltischerVulkan mit Krater; (links) präkambrische Granite. Ideles: Im Hintergund der Berg Taderaz (Prä-kambrischer Granit). Ideles: Musik-Session bei FreundenBasaltplateau bei Ideles. Im Hintergund der Granitberg Taderaz Säulenstruktur des Basaltsentlang des Flusstals. Alter des Vulkanismus: ca. 2000 a Tassili-n-Ajjer, bei Djanet: Inselberge, paläozoische Sandsteine. Sat-Photo (Google Earth): Adrar Tilhaliouine: Granitscher Ringkomplex. Magma ist im Zuge der Bewegung entlang der Scherbahnen (rechts) vor ca. 530 Ma bisin die obere Erdkruste eingedrungen und erstarrt.Sat-Photo (Google Earth):Erg Tihoudaine (oben) und Granitintrusion Djebel Ounane (mitte rechts). Mamga drang vor ca. 625 Ma entlang einer Scherzone indie mittlere Erdkruste ein und erstarrte. Sat-Photo (Google Earth):Erg Admer und der E-Rand des Tassili-n-Ajjer (paläozoisches Sand-steinplateau) bei Djanet.Sat-Photo (Google Earth):Ti-n-Goras, granitscher Ringpluton - Präkambrium.Sat-Photo (Google Earth):Tassili-n-Ahaggar (unten) und Abeggi Ebene (mitte).N-Rand von TahalraVulkan-Distrikts:basalt. Vulkankegel (strombolian. Typ).Alter: ca. 0.5-1 MaVulkan. Explosions-krater Tin Erit: Präkambrischer granitischer Ringkomplex;Magma introdierte und erstarrte vor ca. 530 Main der oberen Kruste desafrikan. Meta-Kratons desIskel-TerrainsGranit. Verwitterungs-formen im erodierten Inneren des Ringkom-plexes.ÜbernachtungsplatzPräkambrische Granite (870-850 Ma), syn- bzw.postkinematische Plutonedes Iskel Inselbogen Terrains. Igamatene: Präkambrische Granitemit typischen granit-ischen Verwitterungs-formen - die aber unter subtropische Bedingungenentstanden sind.Brunnen mit WindradOuksem: Vulkanischer Explosions-Krater (Maar-Typ) im Manzaz Vulkan-Distrikt.Abbau und Transport von Natron aus einen der beiden Doppelkrater mitHilfe von Kamelen.Amador-Plateau:Wasserstelle in Serir (Kies) EbeneKleiner geologischerExkursErg Tihoudaine:rechts: Sterndünenlinks: Härtlingszug eines QuarzgangesErg Tihoudaine:hinten: Sterndünenvorne: Ausfällungs-produkt eines aus-getrockneten Sees.Präkambrische Granitemit Xenolithe (Fremd-gesteinseinschlüsse),z.T. elongiert und einge-regelt.franz. Zivilisations-müll von 1964Erg Tihoudaine:Sterndünen vor demTassili-N´Ajjer Sand-steinplateau-Abbruch.Erg Admer: Strang von Sterndünen.Gassi (Durchgang)zwischen Dünenkette,mit gebleichten See-ablagerungen. E`Djanet. Vordergrund:Typische Wollsackver-witterung von prä-kambrischen Graniten. Hintergrund: Paläozoisches Tassili Sandsteinplateau. Vordergrund:Reste von präkam-brische Graniten.HintergundPaläozoisches TassiliSandsteinplateau. Oued Tafassasset:Trockenrissbildung nach Überflutungs-ereignis.Cistanche,hyazinthenförmigeSchmarotzerpflanze,deren Wurzelstrunk die Wurzel einer an-deren Pflanze anzapft.Lokation der Fels-gravur "la vash quipleure". Gestein: PläozoischerSandstein.Felsgravur:"la vache qui pleure"Ti-n-Goras:Typische granit.Taffoni-Verwitterungs-formen im Innerendes Ringkomplexes. Entstanden unter (sub)-tropischen Klimaten.Blitzschlagröhre:Beim Blitzeinschlag inden Sand entstehen Temperaturen von >3000°C. Quarzkörnerschmelzen auf und erstar-ren zu Gesteinsglas ent-lang dem Einschlagskanal.Prähistorische Tonschale.Oued Takizarouet:Steilstehende Schiefer ausder präkambrischen Meta-sedimentabfolge.Oued Takizarouet:Blauer Marmor aus prä-kambrischen Metasedi-mentabfolge. Anorga-nische Karbonatbildung,denn im Präkambriumgab es noch keine karbonatbildendeOrganismen. MittagsrastSandsturmTassili Youf Aghlal: Verwitterungsformendes paläozoischen Sand-steins; angelegt unter (sub)tropischen Klimaten. Tassili Tahaggart: Verwitterungs-formen des paläozoische Sandsteins. Abeggui Plateau Tassili Tagrira: Typ. Verwitterungsformen des paläozoischen Sandsteins. Tassili Tagrira: Fossile Rippelmarken im Sandstein, gebildet voneinem paläozoischen Flusssystem. Oued Tagrira: Sichel- (Barchan) Dünen, vorgelagert vor paläozoischen Sandstein-Plateau. Bei diesem Dünen-Typ handelt es sich um die einzig "wahren" Wander-dünen; kommen in Sandmangelgebieten vor. Windrippeln + Düne: Gekappte Rippelfläche. Lee-Rippeln hinter Pflanzenhindernis. Transversaldüne (mitte links) mit flachen Luv- und steilen Leehang. Wind kam v.a. von links. Sat-Photo Google Earth: Ouksem Vulkankrater: Vulkanische Doppelkrater im Manzaz Vulkan-Distrikt. "Ouksem" bedeutet auf "Tamatschek" (Sprache der Tuarek): Natron. Dieses wird im südl. Krater abgebaut und z.B. zum Kautabak beigemischt bzw. zum Gerben verwendet. Sat-Photo (Google Earth):Das N-S verlaufende Oued Takizarouet beinhaltet ein bunte präkambrische Gesteinsserie, bestehend aus Metasedimenten, wie blauer Marmor, lila Sandstein und grünl. Schiefern. Philosophie. Die Sahara fasziniert von jeher die Menschen, egal aus welcher Region der Erde sie kommen. Im Gegensatz zu europäischen Landschaftsformen resultiert die Ästhetik der Wüstenlandschaft aus der direkten Verbindung zur Geologie bzw. Geomorphologie, da keine Vegetation vorhanden ist. Der Südosten von Algerien bietet eine faszinierende Kombination vielfältigster Landschaftstypen mit einer einmaligen geologischen Entwicklungsgeschichte - vom Hoggar-Vulkanismus über weite homogene Kies- bzw. Sand-Ebene, welche in der Frühzeit teilweise von Seen überflutet waren, bis hin zu den bizarren und surreal anmutenden Granit- bzw. Sandstein-Verwitterungsformen, hervorgegangen aus ehemals tropischen Zeitepochen. Einleitend sei gesagt, daß ich (siehe "Das Team") KEIN Reiseveranstalter bin und KEINE Pauschalreisen anbiete, sondern privat organisierte individuelle geologische und landschaftsgeschichtliche Sahara Touren auf Unkostenbeitrag und Honorarbasis durchführe. Eine evtl. Mitreise erfolgt nur nach persönlichem Gespräch und Einverständnis, und auf Grundlage von Eigenverantwortlichkeit!!! Beide hier angebotenen 3-wöchigen Routen sind auch innerhalbvon 14 Tagen zu bewältigen. Das Ziel der Tour soll aber sein genugeit und Muße zu haben Stopps und Abstecher einzulegen, wenn sie sich anbieten, sowohl um die Geologie und die Landschaftsgeschichte zu diskutieren als auch zum puren "Lustwandeln". Des weiteren sollen Gebiete abseits der gängigen Routen erkundet werden, was auch spontane Änderung der Routenführung beinhalten kann. Ziel ist es dem interessierten Sahara-Reisenden (auch ohnegeologische Vorkenntnisse) die ohnehin schon spektakuläre Landschaft mit anderen Augen sehen zu lassen. Neugier, Aufgeschlossenheit, Begeisterungsfähigkeit und Flexibilität ist der treibende Motor für eine interessante und unvergessliche SAHARA GEO-EXPLORER Reise. Ab Winter 2006 finden regelmäßig diese und weitere privat organisierte Touren in die Sahara statt (bei Interesse email schreiben - siehe KONTAKT - und ich halte Sie auf dem Laufenden). Kosten - für die 3-wöchige Tour (alle Preise sind unverbindlich und belaufen sich auf Unkostenbeteiligung UKB (Führer, Fahrer, Autos, Benzin, offiz. Papier vor Ort) und auf Honorarbasis HB (Geologische Leitung) - dies ist KEINE Pauschalreise; eine evtl. Mitreise erfolgt nur nach persönlichem Gespräch und Einverständnis. 1520 € (1020 € UKB + 500 € HB) - ab 4-5 Personen (für Studenten 1350 €)1350 € (900 € UKB + 450 € HB) - Geologie/Geographie Uni-Exkursion, 8-12 Personen Flug, ca. 550-650 € Hin+Rück (z.B. von Frankfurt/München/Stuttgart/Düsseldorf/Berlin nach Tamanrasset/Djanet; evtl. mit Übernachtung in Algier; Flüge sollen individuell von den Mitreisenden selbst gebucht werden). Zusätzlich 30 € Visum ca. 20-30 €, falls Übernachtungen in Algier. An- und Abreise zum Flughafen (z.B. Frankfurt). ca. 150 € Lebensmittelca. 50 € Trinkgelder Fahrer, Koch, Mechaniker: Sprachenfranzösisch, arabisch,Tamatschek, + Kommunikationstalent + ein erfahrener Führer wird mitfahren: NameMokhtar Hamdaoui: Wohnort: Aufgaben Organisation vor Ort,Name: Dr. Michel Bestmann (Diplom-Geologe)ErlangenAufgaben: Routenplanung, geologischeLeitungSonstiges: Seit 1988 mit dem "Sahara Fieber" infiziert. Seitdem etliche Reisen in die Sahara Foto: A. WeitzeTouren-Ablauf. Die Touren werden mit 2-3 bzw. 4 Geländefahrzeugen (Toyota LandCruiser) durchgeführt. Pro Fahrzeug 3 Personen + Fahrer. Maximale Gruppengröße 12 Personen (inkl. Fahrer); Uni-Exkursionen max. 17 Personen (inkl. Fahrer) mit 4 Autos. Geschlafen wird immer draussen. Guten Schlafsack (sollte auf -10°C ausgelegt sein, denn es kann recht kalt in der Nacht werden), Isomatte + Zelt bitte selber mitbringen. In einzelnen Fällen kann eine dünne Schaumstoffmatratze, eine zusätzlicheDecke oder ein Zelt zur Verfügung gestellt werden. In der Regelkann man ohne Zelt schlafen (im "Milliarden Sterne Hotel"), aber es kann auch mal ein Sandsturm kommen. Gegessen wird nach alter Tuareg-Tradition aus einer Schüssel(für 3-4 Personen) auf einem Teppich oder Decke (es gibt KEINE Campingstühle bzw. Tische). Bei Gelegenheit wird frisches Gemüsegekauft, ansonsten "Dosenzauberei". Mokhtar ist ein ausgezeichneter Koch! Morgens gibt es Müsli, Bort, Marmelade, Eier, Mittags einen Salat, und abends ein warmes Gericht mit Fleisch - solange noch vorhanden - und Gemüse. Trinkwasser stammt aus den Ortschaften Tamanrasset, Djanet, In Amguel, Ideles (in der Regel gute Wasserqualität) bzw. aus Brunnen, die wir unterwegs anfahren. Das Wasser aus den Brunnen wird durch ein Stofftuch gefiltert; Zusatz von Mikropurist nicht notwendig. Falls doch mal die Wasserqualität schlecht ist, ist natürlich Mikropur mit an Bord. Körperpflege muss aufgrund der limitierten Zuladekapazität an Wasser (ca. 180-200 Liter pro Fahrzeug) auf ein absolutes Minimum (!!!) beschränkt bleiben, ausser man ist bei einem Brunnen - das kann bedeuten 5-10 Tage keine Dusche!!! Ansonsten: Bei solch einer Tour ist man EIN TEAM und aufeinander angewiesen. Von daher ist gegenseitige Rücksichtsnahmeund Fürsorge Grundvoraussetzung. Dies bedeutet auch, dass erwartet wird, das bei der Essenszubereitung mit geholfen wird, bzw. tatkräftiger Unterstützung z.B. beim Beladen der Fahrzeuge, Wasserauffüllen beim Brunnen oder wenn man mal eingesandet ist. Aufstehen bei Dämmerung, Feuer anschüren und Frühstückszubereitung. Frühstück nach Sonnenaufgang. Autos sollten dann gegen 8.30 startklar gepackt sein. Anschliessend gibt es eine Routenbesprechung für den Tag und Einweisung in die Geologie, die uns erwarten wird. Eventuell noch etwas Geologie am Lagerplatz. Abfahrt zwischen 9.00 und 10.00. Tagesablauf. Es wird bis ca. 12.30-13.00 gefahren, mit Unterbrechung für geologische Erläuterungen und Diskussionen, kleinen Exkursionen zu Fuss und Fotostopps. Mittagspause von 1-2 Stunden, je nach Hitze. Dann weiterfahren bis ca. 16.00-17.00, mit Unterbrechung für geologische Erläuterungen und Diskussionen, kleinen Exkursionenzu Fuss und Fotostopps. Nachtplatz-Suche. Feuer anschüren. Tee trinken. Umgebung erkunden. Abendessen zubereiten. Abendessen. Am Feuer rumsitzen. Tagesetappen liegen zwischen 40 und 100 km; falls gut zu fahren bzw. notwendig auch mal mehr; dann kann es auch mal passieren, dass die Mittagsrast ausfällt, für solche Fälle gibt es DATTELN. Klima: beste Reisezeit für die Südsahara ist Mitte Oktober bis Mitte März. Im Winter kann es nachts sehr kalt werden (manchemal unter 0°C, v.a. im Hoggar-Gebirge auf 2400m), auch tagsüber kann ein kalter Nordostwind gehen. Im Oktober und April können dagegen die Temperaturen tagsüber auf über 40°C steigen. Bester Klima-Rückblick, siehe LINKS. Vor allem Ende Februar bis Ende März kann es immer wieder mal zu Sandstürmen kommen. Es gilt die Devise: "Bei Sandsturm wir nicht gefahren, auch wenn dieser 3-4 Tage anhält", höchstens das Wassergeht zur Neige. Die Wüste kann sehr schön sein, aber auch sehr rauh, abweisend, unbequem und voller Entbehrungen. Das muss sich jede/r klar machen, bevor er/sie solch eine Reise antreten will. Flexibiltät, Gelassenheit und Geduld, um auf unerwartete Situationen zu reagieren sind Grundvoraus-setzung!!! Nach den Entführungen vom Frühjahr 2003 herrscht in der Öffentlichkeit eine rechte Unsicherheit hinsichtlich der Sicherheitslage in Algerien. Vorwegzunehmen ist, daß während des Bürgerkriegs von 1992 bis 2002 (siehe LINKS) der Süden Algeriens davon weitgehenst nicht betroffen war. Die Hintergünde der Entführungen sind auch heute noch nicht völliggeklärt. Es wurde aber seitdem die Zusammenarbeit und der Informationsflusszwischen den örtlichen Reiseagenturen in Tamanrasset und Djanet und den algerischen Behörden verbessert; Patrouillen wurden verstärkt. Hierbei sei auch auf die Sicherheitshinweise des "Ausswärtiges Amt"verwiesen (siehe LINKS). Seit Winter 2004 läuft der Sahara-Tourismus wieder langsam an. Auch größere deutsche Sahara-Reiseveranstalter haben S-Algerien wieder in ihrProgramm aufgenommen. Sicherheit in Algerien. Alle Touren werden zusammen mit meinem erfahrenen Partner in Tamanrasset organisiert und durchgeführt, und finden mit behördlicher Genehmigung statt. Aber letztendlich muss jeder die Entscheidung, ob oder nicht nach Algerien zu reisen, für sich selber treffen. Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sagen: Algerien ist ein fantastisches Reiseland mit einer sehr herzlichen und gastfreundlichen Bevölkerung, wenn man sich darauf einläßt. Sicherheit Unterwegs. Alle Touren werden mit mindestens 2 Toyota LandCruiser gleicher Baureihe (HJ60) durchgeführt. Wichtige Ersatzteile, Werkzeug und Improvisationsmaterial sind mit an Bord. Mokhtar ist ist ein ausgezeichneter und erfahrener Mechaniker und kann improvisieren falls es notwendig ist. Reisegeschwindigkeit ist relativ langsam, in der Regel zwischen 30-50 km/h. Für Notfälle ist ein Satellitentelephon an Bord. Für die Navigation ist ein erfahrener einheimischer Führer mit dabei. Ansonsten ist ein GPS und ausgezeichnetes Kartenmaterial mit an Bord. Mokhtar bzw. der Führer kennen viele Leute/Nomaden, die in der Wüste leben bzw. unterwegs sind; eine nicht zu unterschätzende Hilfe bei Notfällen.Kontakt Dr. Michel BestmannSüdl. Stadtmauerstr. 6491054 Erlangen Tel. +49 (0)9131 627448 mobil: +49 (0)176 24828586 Email: michel@geol.uni-erlangen.de Aktuelles Wetter + Temperaturrückblick für einzelne Ortschaften. Auswärtiges Amt Satellitenkarten Archäologie Artikel über den Algerischen Bürgerkrieg Reiseberichte Für weitere persönliche Reiseberichte und Erfahrungen können Telefonnummern bzw. email-Adressen bisheriger Teilnehmer von mir ange-fordert werden.(Bilder der 2. Tour - Hoggar Südroute - werden demnächst auf dieser Seite zu sehen sein). Der Südosten Algeriens, mit dem zentralen Hoggargebirge (Höhe bis 2900m), spielt eine Schlüsselrolle in der Geologie des N-Afrikanischen Kontinents. Während des Präkambriums(vor 750 bis 540 Millionen Jahren - Abkürzung "Ma") wurden unterschiedlichste Krustenblöcke, welche teilweise über 2 Millarde Jahre alt sind, zusammengeschweißt. Entlang dieser "Schweißnähte" kam es zu einem lateralen Versatz von einigen 100 km. Diese sogenannten Scherzonen sind auch gut auf den Satellitenbildern zu erkennen (siehe LINKS). Im Laufe der Jahrmillionen wurden die Bewegungen an diesen Scherzonen immer wieder mal reaktiviert. Dabei drang Magma aus dem Inneren der Erde in die Erdkruste ein, und führte zur Ausbildung von granitischen Ringkomplexen (auch dies sind NW'von Tamanrasset auf den Satellitenbildern gut zu erkennen). Die Bildung des Hoggargebirges steht im direkten Zusammenhang mit der Kollision Afrikas mit Europa (35-0 Ma), was die Alpengebirgsbildung zur Folge hatte. Durch die übertragenen Kräftewährend der Kollision, kam es innerhalb des afrikanischen Kontinents zur Reaktivierung der alten Scherzonen und somitzum Aufstieg von Magma aus dem Inneren der Erde. West Afrikan. KratonAirAgadez1000 km. Phanerozoische Sedimentüberdeckung (540-0 Ma) Westafrikan. Kraton mit Sedimentüberdeckung Präkambrische Krustenblöcke (Terrains, >540 Ma) zusammengeschweißt durch Pan-Afrikan. Gebirgsbildung (750-530 Ma)Alpidisches Atlas-Gebirge Tertiärer und Quartärer Vulkanismus (35-0 Ma)(nach Liégeois et al. 2005). Die Folge war der Vulkanismus im Hoggar-Gebirge bei zeitgleicher Hebung dieser Region. Die verschiedenen vulkan.Phasen sind in den unterschiedlichen Vulkan-Distrikten in derweiteren Umgebung des Hoggar-Gebirges zu erkennen. Durchdie Erosion wurden teilweise die mit Lava verfüllten vulkan.Förderkanäle freigelegt, welche nun als einzelne bizarre Fels-nadeln in der Wüstenlandschaft stehen. Währende dem Zeitalter des Tertiärs (vor ca. 50-25 Ma) kam es aufgrund eines vorherrschenden feucht-tropischenKlimas zu einer intensiven Tiefenverwitterung der alten Kontinentgesteine. Durch diese Verwitterung wurden dieGrundzüge der großen landschaftbestimmenden Reliefkomplexe angelegt. In den darauf folgenden Zeitepochenwurde während wechselnder Klimate (von randtropischbis semiarid/trocken) das geomorphologische Relief weiterumgeformt. Erst vor ca 3 bis 2.6 Ma kam es zum Umbruch hin zu einem ariden Klima. Trotz diesem Trend wechseltenfeuchtere und trockenere Zeiten ab. Viele der großen Sandgebiete und Riesendünen wurde zu einer Zeit gebildet. Das Tuareg-Schild - eingekeilt zwischen dem Westafrikan. Kraton im Westen und dem Sahara-Metakraton im Osten. Das Tuareg-Schild besteht aus unterschiedlichen präkambrischen Krustenfragmenten (engl. terranes), z.T. älter als 2 Mrd Jahre. Diese "terranes" wurden während derPan-Afrikan. Orogense (750 - 540 Ma) zusammengeschweißt. Durch die Bewegungen entlang der Schweißnähte drang Magma in die Kruste ein (539-523 Ma, gelb) bzw. floß in jüngerer Zeit auch an der Oberfläche als vulkanische Lava aus (35-0 Ma, lila).währenddessen das aride Klima der Zentral Sahara um einiges rauher war als heut zu Tage (z.B. vor ca. 100 000 aund zwischen 20 000 und 12 000 a). Felszeichnungen, z.B.im Hoggar und im Tassili-n-Ajjer Gebirge, belegen jedochfür eine Zeit von ca. 11 000 bis 5000 a (vor heute) eine feuchtere Phase, was zur Ausbildung von riesigen Seenlandschaften und einer Savannen Fauna und Flora führte. Anschließend kam es zur allmählichen Austrocknung der Zentral Sahara. Die großen Seen verschwanden und das heutige Landschaftbild entwickelte sich. Die Teilnehmer bekommen einen umfangreichen Exkursionsführer ausgehändigt mit einer reichbebilderten Einführung in die Grundzüge derGeologie. Entlang der Scherzonen steigt Magma aus dem Erdinneren auf und dringt alsPlutone in die Erdkruste ein (600-520 Ma). Ab 35 Ma werden die alten Scherzonen raktiviertund der Hoggar-Vulkansimus setzt ein.